Türkei vs Niederlande: Berlin besteht den Stresstest

Am vergangenen Samstag mussten die Berliner Behörden beim Viertelfinalspiel Niederlande gegen die Türkei den bislang größten Stresstest bei dieser EURO 2024 bewältigen und konnten diese Aufgabe letztlich lösen. Die Infrastruktur rund um das Berliner Olympiastadion erweist sich einmal mehr als ideale Voraussetzung für die Durchführung von sportlichen und kulturellen Großereignissen.

© Foto Titelbild: GOOLAZO BERLIN
Text: Björn Leffler

 

Das Finale der EURO 2024 wird zwar erst in sechs Tagen im Berliner Olympiastadion stattfinden, doch den größten Stresstest haben die Berliner Behörden vermutlich am vergangenen Samstag gemeistert, denn das Duell zwischen der Türkei und den Niederlande im Viertelfinale der Europameisterschaft war bereits im Vorfeld als Hochrisikospiel eingestuft worden.

Nicht nur die Fanströme rund um das ausverkaufte Olympiastadion mussten gehändelt werden, auch die zahlreichen Anhänger beider Teams in den Fanzonen zwischen Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude galt es zu betreuen. Dass es emotional und hitzig werden würde, war bereits im Vorfeld klar, vor allem durch das das Zeigen nationalistischer Gesten und Symbole, wodurch die türkischen Anhänger bereits bei den Spielen zuvor aufgefallen waren.

Türkei gegen die Niederlande in Berlin: Emotional aufgeladenes Viertelfinale

Die Organisation im und rund um das Olympiastadion war dann letztlich tadellos, auch wenn die Fans vor allem im türkischen Block nicht auf den nationalistischen “Wolfsgruß” verzichten wollten. Die Veranstalter jedoch verhielten sich deeskalierend und griffen nicht ein. Vor dem Spiel herrschte rund um das Stadion eine Art Volksfest-Atmosphäre, was auch zur Infrastruktur rund um die historische Arena passte.

Auf dem Parkplatz vor dem Osttor hatte die UEFA zusätzliche Gastronomie-Angebote aufgebaut, auch auf dem weitläufigen Stadiongelände gab es ein deutlich vielfältigeres und aufwendigeres Catering als man es bei Heimspielen von Hertha BSC gewohnt ist. Die Stimmung im Stadion war dann erwartungsgemäß gewaltig, denn beide Fanlager boten eine Menge an kreativem und lautstarkem Support für ihre Mannschaften.

Keine Probleme am Olympiastadion: Nach dem Abpfiff wurden die Fans geordnet abtransportiert

Nach dem Abpfiff erfolgte der Abtransport der Fans weitgehend störungsfrei, auch weil die Olympische Allee für den Autoverkehr gesperrt worden war und ein Großteil der Fans darüber das Gelände verließ, zugleich fuhren S- und U-Bahn Sonderschichten, um die Anhänger schnell in Richtung Innenstadt zu transportieren. In der City West gab es nach dem Spiel trotz der Niederlage viele türkische Fans, die ihrer Mannschaft durch lautes Hupen Fahnenschwenken aus Autofenstern huldigten.

Es war die Zeit, als die Berliner Polizei wohl die größten Schwierigkeiten zu bewältigen hatte, doch sie konnte durch gezielte Straßensperrungen rund um den Bahnhof Zoo größere Autokorsos verhindern. Auf der Fanmeile hingegen gab es nach dem 2:1 der Niederländer Tumulte seitens einiger türkischer Fans, die Situation drohte hier zu eskalieren. Doch auch hier gelang es der Polizei, die Situation zu beruhigen und die Menschen nach Spielende verhältnismäßig geordnet vom Veranstaltungsgelände zu führen.

Berliner Polizei verhindert Eskalation – Olympiastadion glänzt als Spielort

Wenn am Sonntag die Stadt Berlin zum Zentrum des europäischen Fußballs wird, muss den Organisatoren also nicht bange sein. Die Organisation rund um das Stadion funktionierte in den bisherigen fünf mit jeweils 71.000 Fans ausverkauften Spielen weitgehend reibungsfrei, was vor allem an der Beschaffenheit des gesamten Olympiapark-Areals mit seinen weitläufigen Flächen und der hervorragenden Anbindung an das ÖPNV- und Straßennetz liegt.

Das Stadion selbst, vor dem Turnier aufwendig modernisiert und umgebaut, ist eben jene beeindruckende Arena, die sich die UEFA für die Austragung des prestigeträchtigen Turniers gewünscht hat. Nur der Rasen auf dem Gelände rund um das Stadion hat in den vergangenen Wochen bereits arg gelitten, unter den Füßen der hunderttausenden Besucherinnen und Besucher.

Dafür präsentiert sich der Rasen im Stadion allerdings in bestem Zustand, was auch nicht alle Arenen bei diesem Turnier behaupten können. Auf das Finale am kommenden Sonntag darf man sich also freuen, auch wenn das unglückliche Ausscheiden der deutschen Mannschaft ein großer Wehrmutstropfen ist.

 

© Foto: GOOLAZO BERLIN
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