Berlin-Liga: BFC Preussen patzt erneut, Füchse Berlin machen Boden gut

Der Kampf um den Aufstiegsrang in der Berlin-Liga ist nach zwei torlosen Unentschieden von Tabellenführer BFC Preussen wieder spannend geworden. Denn Verfolger Füchse Berlin konnte sich durch zwei deutliche Siege in den vergangenen zwei Spielen wieder näher an das Team aus Lankwitz heranpirschen. Der Trainerwechsel bei den Reinickendorfern hat also offenbar Wirkung gezeigt.

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Text: Björn Leffler

 

Die Favoritenrolle in der diesjährigen Saison der Berlin-Liga ist offensichtlich klar verteilt. “Die müssten schon viel falsch machen, um den Aufstieg zu verpassen“, urteilte etwa der Trainer vom TSV Rudow, Marco Wilke, gegenüber dem Tagesspiegel. Gemeint ist damit der BFC Preussen, der vom Tagesspiegel im selben Artikel Ende September als “Bayern München der Berlin-Liga” bezeichnet wurde.

Das liegt vor allem an den selbstbewussten Äußerungen der Verantwortlichen, die bereits vor der Saison getätigt wurden – und den entsprechenden Investitionen in den Spielerkader. Denn das Ziel ist klar: der Aufstieg in die Oberliga soll mit dem prominent verstärkten Team gelingen.

Preussen-Trainer Daniel Volbert steht durchaus unter Erfolgsdruck

Trainer Daniel Volbert, der die Mannschaft vor über einem Jahr von Vorgänger Thomas Häßler übernommen hatte, steht also durchaus unter Erfolgsdruck. Häßler hatte sich aus gesundheitlichen Gründen vom Trainerposten zurückgezogen. Bislang konnte die Mannschaft die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, doch in den vergangenen zwei Spielen konnten die Lankwitzer ihrer Favoritenrolle nicht mehr wie gewohnt gerecht werden.

Nachdem am vorvergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den TSV Mariendorf nur ein 0:0 heraussprang, kam der bislang souveräne Tabellenführer im Duell mit dem TSV Rudow am vergangenen Freitagabend erneut nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Dabei hatten die Rudower Hausherren über die gesamte Spielzeit hinweg sogar die besseren Torchancen.

Beim TSV Rudow kam der BFC Preussen nicht über ein 0:0 hinaus

Preussens sportlicher Leiter Pierre Seiffert zeigte sich im Anschluss auch entsprechend genervt. Gegenüber der Fußball-Woche sagte er: “Wir haben Glück gehabt, so ein  Spiel kannst du auch verlieren.” Auch Daniel Volbert war sichtlich verärgert und sagte: “Rudow war in allen Belangen besser, mit einer Fehlerquote im Spielaufbau von 80 Prozent haben wir den Gegner stark gemacht.

Seiffert und Volbert waren sicher auch deshalb so deutlich in ihrer Kritik, weil der erste Verfolger in der Berlin-Liga, die Füchse Berlin, die Patzer der Preussen bislang empfindlich ausnutzen konnten. Nachdem die Füchse vor wenigen Wochen ihren bisherigen Trainer Marco Reichel freigestellt hatten, scheint das Team zurück in die Erfolgsspur gefunden zu haben. Sowohl das Heimspiel gegen den FSV Spandauer Kickers (4:1) als auch das Auswärtsspiel beim SV Empor (3:0) wurden deutlich gewonnen.

Die Füchse Berlin gewannen 3:0 beim Auswärtsspiel gegen den SV Empor

Neu-Trainer Steven Haubitz fand das Ergebnis letztlich jedoch zu hoch, denn zur Pause stand es vor 70 Zuschauern noch 0:0, bis im zweiten Durchgang die Füchse durch Tore von Razeek, Wilhelm und Hofmann das Spiel für sich entscheiden konnten.

Durch die zwei torlosen Remis des BFC Preussen und die zwei Siege der Füchse haben sich die Reinickendorfer nun bis auf fünf Punkte an den Tabellenführer herangepirscht und machen das Aufstiegsrennen derzeit damit wieder spannend.

Nach dem verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison haben die Füchse Platz 1 wieder im Visier

Nachdem das Team der Füchse Berlin in der vergangenen Saison zum Ende der Hinrunde Schwergewichte wie Hilalspor und Sparta Lichtenberg geschlagen hatte, war im Verein bereits große Aufstiegseuphorie ausgebrochen. Doch dann verließ Stürmer Caner Özcin die Füchse und wechselte zum TuS Makkabi Berlin – denn dort konnte er schließlich eine Klasse weiter oben spielen.

So nachvollziehbar die Entscheidung Özcins war, so bitter war sie für das Team der Reinickendorfer Füchse. Der von Tennis Borussia nachverpflichtete Thomas Brechler konnte in der Rückrunde zwar sieben Tore in 15 Partien erzielen, ein vollwertiger Ersatz für den “Unterschiedspieler” Özcin konnte er aber nicht werden.

So wurde es am Ende der Saison “nur” der fünfte Platz in der Berlin-Liga. Vielleicht gelingt es den Füchsen in den kommenden Wochen jedoch, zu Tabellenführer BFC Preussen aufzuschließen. Am kommenden 13. Spieltag werden die Füchse bei Stern Britz antreten, während die Preussen im Heimspiel an der Malteserstraße das Team von Hilalspor empfangen werden.

 

Quellen: Fußball-Woche, Kicker, Füchse Berlin, BFC Preussen Berlin

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