Tennis Borussia Berlin und die hohen Ambitionen: Fernziel dritte Liga

Nach einer katastrophalen Saison musste Tennis Borussia Berlin in der vergangenen Saison den Abstieg in die Oberliga verkraften. Doch die Verantwortlichen wollen keinen Verdruss aufkommen lassen, sondern wollen den Verein wieder nach oben bringen. Am vergangenen Wochenende gelang ein später Sieg gegen Dynamo Schwerin.

© Foto Titelbild: Carsten Pikulik / Tennis Borussia Berlin
Text: Björn Leffler

 

Es war wie der passende Schlusspunkt einer durch und durch missratenen Regionalliga-Saison: Im letzten Heimspiel der vergangenen Spielzeit unterlagen die Männer von Tennis Borussia Berlin gegen den ZFC Meuselwitz mit 0:7 und hatten damit bereits vor dem letzten Spieltag 98 Gegentore kassiert.

Da waren die Lila-Weißen jedoch längst abgestiegen. Obwohl der seit jeher ambitionierte Verein sich eigentlich eher nach oben als nach unten orientieren wollte, musste nun erst einmal der bittere Gang in die fünfte Liga verdaut werden. In der Oberliga wollen die Charlottenburger aber nicht lange verweilen, aktuell steht das Team auf dem vierten Tabellenplatz.

Tennis Borussia möchte schnell zurück in die Regionalliga – und noch höher hinaus

Für eine Rückkehr in die Regionalliga Nordost müsste TeBe allerdings am Ende der Saison der Sprung auf Platz eins gelingen, der derzeit vom FC Hertha 03 belegt wird. Aber die Spielzeit ist noch lang und die Verantwortlichen von Tennis Borussia gehen mit viel Aufbruchstimmung an die “Mission Wiederaufstieg” heran.

Am vergangenen Wochenende gelang Tennis Borussia immerhin ein Sieg in letzter Sekunde gegen Dynamo Schwerin. So waren die 559 Zuschauerinnen und Zuschauer nicht umsonst in das altehrwürdige Stadion an der Waldschulallee gekommen. Nachdem zuvor auch Tasmania Berlin auswärts mit 2:0 geschlagen werden konnte, ging TeBe favorisiert in das Duell mit den Schwerinern.

Eine Standardsituation in der Nachspielzeit brachte das erlösende 2:1 für Tennis Borussia

Doch ein Selbstläufer wurde die Partie nicht, trotz hohem Ballbesitzanteil der Hausherren. In der 32. Minute gingen die Gäste sogar durch Klingberg in Führung, doch Amamoo konnte noch kurz vor dem Seitenwechsel das 1:1 markieren. Die zweite Hälfte wurde dann zum Geduldsspiel für die Lila-Weißen, denn der Führungstreffer wollte einfach nicht gelingen – und auch die Gäste hatten immer wieder gefährliche Kontermöglichkeiten, die einen Schweriner Auswärtssieg ein ums andere Mal in greifbare Nähe rücken ließen.

Doch bis kurz vor Schluss blieb es schließlich beim 1:1. Erst eine Standardsituation in der Nachspielzeit brachte das erlösende 2:1 für die Mannschaft von Trainer Chris Brauer. Milos Cvjetinovic köpfte einen von links in den Strafraum gebrachten Freistoß mit Wucht zum viel bejubelten 2:1 in die Maschen.

Ambitionierter Fünf-Jahres-Plan: Fernziel dritte Liga

Ob am Ende dieser Spielzeit für Tennis Borussia der Wiederaufstieg in die Regionalliga stehen wird, ist derzeit noch schwer einzuschätzen. Die Vereinsführung jedoch hat das Ziel fest im Blick und denkt schon einige Schritte weiter. Der Vorstandsvorsitzende Michael Lachmann gab bereits im Frühling 2023 in einem Tagesspiegel-Interview das Ziel aus, dass man es binnen fünf Jahren in die dritte Liga schaffen wolle – also in den bezahlten Fußball.

Daran glaubt auch Sportdirektor Benjamin Borth, wie er gegenüber dem RBB im Mai bestätigte: “Die dritte Liga ist nicht so weit weg, wie es klingt. Es ist also nicht so unrealistisch, aber alles muss gesund laufen.

Die Heimat des Vereins: Das altehrwürdige Mommsenstadion

Mit dem Mommsenstadion hätte der Verein immerhin eine Spielstätte zur Verfügung, die über eine ausreichende Kapazität verfügt und für den Spielbetrieb im Profifußball ertüchtigt werden könnte. Immerhin 15.000 Plätze stehen in der 1930 eröffneten Arena zur Verfügung.

Das mittlerweile mehrfach umgebaute Stadion wurde vor 93 Jahren nach einem Entwurf von Fred Forbat als Ersatz für die Anlagen des SCC errichtet, die dem heutigen Messegelände weichen mussten. In seiner ursprünglichen Form bot die Arena 1.750 Sitzplätze und 36.000 Stehplätze. So viele Plätze wird der Verein aber selbst bei einem Aufstieg in die dritte Liga wohl vorerst nicht brauchen.

Am 12. Oktober wird Hertha BSC zu einem Freundschaftsspiel im Mommsenstadion gastieren. Tickets für die Begegnung gibt es hier.

 

Traditionelle Heimstätte von Tennis Borussia: Das Charlottenburger Mommsenstadion, hier im Sommer fotografiert. / © Foto: Wikimedia Commons

 

Das 1930 eingeweihte Mommsenstadion: Die langgestreckte Straßenfassade des 104 Meter langen dreigeschossigen Tribünengebäudes ist durch die beiden elliptisch vorgezogenen Haupttreppenhäuser gegliedert. Auf den Eingängen sitzen vollständig mit Glas verkleidete Eisengerippe, die den Blick auf die geschwungenen Treppen freigeben. / © Foto: Wikimedia Commons (Silvio87)

Quellen: RBB, Der Tagesspiegel, Fußball-Woche, Wikipedia, Tennis Borussia Berlin

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